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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz sogenannten European Energy Award, welcher Kommunen für eine herausragende Energie- und Klimaschutzpolitik auszeichnet. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Initiative „Energiekreis Nr. 1“ des Landratsamtes. Dabei gilt das regionale Energie- und Klimaschutzkonzept als Leitlinie, um Energiesparpotenziale zu erschließen und gleichzeitig Energie rationeller anzuwenden. Neben dem Amt für Kreisentwicklung im Landkreis ist die Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (ENO) ein zentraler Akteur der kommunalen Wirtschaftsförderung. Sie übernimmt als Tochtergesellschaft des Landkreises Görlitz, der großen Kreisstadt Weißwasser und Bad Muskau die Aufgaben des kommunalen Dienstleisters für ihre Gesellschafter sowie die Kommunen, Unternehmen, Vereine, Institutionen und Bürger des Landkreises Görlitz. Die inhaltlichen Schwerpunkte im Rahmen der Wirtschaftsentwicklung liegen dabei auf der strategischen Bildungsarbeit, der Nachhaltigkeit, den Netzwerktätigkeiten sowie dem Tourismus- und Regionalmarketing. Diese breite inhaltliche Aufstellung spiegelt sich in den Projekten der ENO wider. Im Handlungsfeld „Bildung und Personal“ wird die ENO – in Kooperation mit dem Landratsamt und weiteren Akteuren der Region – durch den Ausbildungsatlas INSIDER und die Ausbildungsmesse INSIDERTREFF tätig. Beide unterstützen Jugendliche aus der Region bei der Berufs- und Studienorientierung, womit die Aktivitäten zum Entwicklungsziel der Personalgewinnung beitragen. Flankierend unterstützt die Servicestelle Nachhaltigkeit der ENO Maßnahmen in den Bereichen Energie und Klimaschutz. Zahlreiche Förderprogramme, wie das Maßnahmenprogramm LEADER zur Förderung des ländlichen Raumes oder die Prioritätsachse nachhaltige Stadtentwicklung des EFRE fokussieren ausdrücklich auf den Aspekt der Nachhaltigkeit. Das Projekt neissEmobility soll beispielsweise die „Energie- und Ressourceneffizienz“ im Bereich der Mobilität im Landkreis verbessern. Das Ziel des Projektes besteht in der Präsentation der vielfältigen Aktivitäten in der Region zur E-Mobilität und der Vernetzung involvierter Akteure. Das Projekt „Willkommen im UnbezahlbarLand“ verbindet gleich mehrere Handlungsfelder. So werden Rückkehrer geworben, potenzielle Gründer können sich zu Unterstützungsmöglichkeiten informieren, Ausbildungs- und Studienplätze werden übersichtlich dargestellt und das gesamte Konzept dient als Imagekampagne für den Landkreis. Kern der Initiative bildet eine Onlineplattform, welche einen zentralen Zugang zu bereits bestehenden und neuen Initiativen bereitstellt. Damit berührt diese Kampagne mehrere Entwicklungsziele: Sie hilft der Imageschärfung der Region, unterstützt die Personalgewinnung und kann durch angeregte Unternehmensgründungen im Landkreis das nachhaltige Wirtschaftswachstum unterstützen. Zu den kommunalen Wirtschaftsförderern zählt ebenso die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) mbH, welche aus der Fusion der Wirtschaftsfördergesellschaft und dem Tourismusverband Oberlausitz-Niederschlesien hervorgegangen ist. Sie befindet sich in Trägerschaft der Landkreise Bautzen und Görlitz, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Kreissparkasse Bautzen und Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sowie des Tourismusverbandes Oberlausitz-Niederschlesien e. V. Im Auftrag ihrer Träger betreibt sie sowohl Regional- als auch Tourismusmarketing für die Oberlausitz und fungiert als ein Ansprechpartner der Wirtschaftsförderung. Sie ist verantwortlich für die Ausgestaltung der Dachmarke „oberlausitz.“ und bewirbt diese als Ferien- und Wirtschaftsregion. Zusätzlich soll mit der Fachkräftekampagne „Punktlandung oberlausitz.“ Rückkehrer und Berufssuchende angesprochen werden. 44

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Ein weiterer kommunaler Wirtschaftsförderer ist die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz. Der inhaltliche Fokus liegt auf dem Tourismus- und Stadtmarketing sowie der Wirtschaftsförderung für die größte Stadt des Landkreises. So unterstützt die Gesellschaft im Rahmen des Projektes „Görlitz am See“ die Entwicklung des Berzdorfer Sees zu einer ganzjährigen touristischen Destination und führt in Kooperation mit den kommunalen Wirtschaftsförderern in Weißwasser und Zittau sowie der Industrie und Handelskammer (IHK) Dresden und der Hochschule Zittau/Görlitz die „Spätschicht“ durch. Dabei öffnen regionale Unternehmen ihre Türen für die Bevölkerung des Landkreises. Dies soll ein stärkeres Bewusstsein für die regionale Wirtschaft schaffen und so zur Fachkräftegewinnung beitragen. Die Wirtschaftsförderung Zittau setzt im Bereich Fachkräftegewinnung den Berufepark Zittau und die Rückkehrertage um. Ersteres bietet regionalen Unternehmen die Möglichkeit, sich direkt in den Schulen des Landkreises vorzustellen. Damit können die Betriebe schon frühzeitig mit der Werbung neuer Fachkräfte beginnen und gleichzeigt das Bewusstsein für die lokale Wirtschaft bei den Schülern schärfen. Die Rückkehrertage sind Jobmessen mit den örtlichen Unternehmen, welche zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden. Somit ist dieses Format darauf zugeschnitten, Heimkehrende und Auspendler anzusprechen. Im Rahmen dieser Messe bietet die IHK zusätzlich Beratungsangebote zur Unternehmensnachfolge an. Hochschul- und Forschungslandschaft Die Hochschule Zittau/Görlitz ist die zentrale Ausbildungsstätte für Akademiker im Landkreis. Die Absolventen können den Unternehmen im Landkreis zum einen als Fachkräfte zur Verfügung stehen und zum anderen durch Projekt- und Abschlussarbeiten einen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer in der Region leisten. Zusätzlich wurde das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer eingerichtet, welches die Bildungs- und Forschungskompetenz nach außen vermittelt und Koordinationsaufgaben mit den relevanten Fachbereichen übernehmen soll, sobald Anliegen an die Hochschule gerichtet werden. Außerdem wurde eine Gründerakademie ins Leben gerufen, welche Unterstützungs- und Beratungsangebote zur Start-up-Entwicklung anbieten. Zusätzlich ist die Hochschule federführend bei der Initiative „Life and Technology – Zittau“, in dessen Rahmen die Lausitz- Allianz als ein interdisziplinäres Bündnis aus Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung gegründet wurde. Dieses Bündnis soll unter anderem durch technologische Weiterentwicklung den Lausitzer Strukturwandel begleiten, wobei die Schwerpunkte auf innovative Energiespeichersysteme, additive Fertigungstechnologien sowie der Fachkräfteentwicklung und -sicherung liegen. Die regionale Hochschul- und Forschungslandschaft wird durch Zweigstellen des Fraunhofer-Institutes, das Internationale Hochschulinstitut Zittau und das Interdisziplinäre Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Städtebau ergänzt. Letzteres bringt sich im Landkreis durch innovative Projekte zur Leerstandsnutzung und handlungsfeldübergreifende Initiativen wie das „Wohnen auf Probe“ ein. Dabei werden Interessenten für einen Monat eine Wohnung und ein freier Arbeitsraum zu Verfügung gestellt, damit erste Erfahrungen mit dem Gründen und Leben in der Stadt Görlitz gemacht werden können. Kammern und Verbände Sowohl Zittau als auch Görlitz verfügen über Zweigstellen der Industrie und Handelskammer (IHK) Dresden, welche sich vor Ort vor allem auf das Handlungsfeld der Wirtschaftsförderung spezialisiert 45