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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Aussage im regionalen Narrativ bilden, sofern dies über eine glaubhafte Darstellung regionaler Kompetenzen gerade im Bereich Energie- und Umwelttechnik oder lebenswertes Wohnumfeld erfolgt. Die regionale Wirtschaftsförderung sollte dabei versuchen, zum einen eine Klammer für lokale Initiativen zu setzen, damit ein harmonisches Gesamtbild in der Innen- und Außenwahrnehmung entsteht. Daher sind gerade in diesem Bereich kooperative Instrumente zu schaffen und auszubauen, welche gemeinsame Narrative gewährleisten. Zum anderen sollte diese gemeinsame Ausgangsbasis genutzt werden, um auch überregionale Akteure, die Einfluss auf die regionale Wahrnehmung bzw. das regionale Selbstbild haben, in die strategische Ausrichtung des Regionalmarketings einzubinden. Auch in anderen Bereichen sollte das so geschaffene, gemeinsame innerregionale Verständnis genutzt werden, um ein Commitment für regional notwendig politische Maßnahmen zu stärken, die ein gebündeltes öffentlichkeitswirksames Auftreten und entsprechende Aktionen erfordern. Dies gilt insbesondere für die Infrastrukturvorhaben, die zwar im Interesse der Region liegen, über deren Umsetzung aber auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene entschieden wird. Neben imagebildenden Maßnahmen kann die Wirtschaftsförderung ganz konkretes Regionalmarketing betreiben, indem bspw. Pendler und Rückkehrwillige mit konkreten Angeboten angesprochen werden oder über Social-Media-Marketing versucht wird, Zuzugs- und Rückkehrwillige für die Region zu begeistern. Dies sollte nach Möglichkeit Hand in Hand gehen mit der Etablierung einer innerregionalen Willkommenskultur für (potentielle) Fachkräfte, um nicht durch gegenteiliges Feedback die Anstrengungen zu diskreditieren. Dabei können die unter den anderen Punkten genannten inhaltlichen Instrumente entsprechend so aufbereitet und genutzt werden, dass ein positives öffentlichkeitswirksames Bild entsteht. Ein weiterer zukunftsrelevanter Punkt ist die Schaffung bzw. der Ausbau niedrigschwelliger, möglichst digitaler Austausch- und Wissensplattformen, welche zum einen ein schnelles Feedback über laufende Aktivitäten der Wirtschaftsförderung und kommunale Dienstleistungen bzw. Verwaltungsaufgaben erlauben als auch zum anderen die innerregionale Vernetzung zwischen Akteuren der Wirtschaftsförderung unterstützen können. Die WFE verfügt bspw. über einen Wirtschaftsbeirat, der Impulse für die strategische Ausrichtung geben und Kontakte generieren soll. Inhaltliche Schwerpunkte können dabei in imageprägenden Technologie- und Zukunftsthemen liegen. Wirtschaftsförderung & Infrastruktur Das Handlungsfeld Wirtschaftsförderung & Infrastruktur umfasst an sich klassische Aktivitäten einer regionalen Wirtschaftsförderung. Hierzu gehören vor allem Lotsenfunktionen zu Unternehmensförderprogrammen auf Landes- und Bundesebene bis hin zu Angeboten einer Begleitung innerhalb der Antragsstellung. Letzteres kann, wie bereits oben erwähnt, vor allem bei Verbundprojekten für Forschungs- und Innovationsaktivitäten erfolgsversprechend angeboten werden. Aber auch bei größeren Investitionsvorhaben kann eine Begleitung in Kooperation mit der Förderbank oder der Wirtschaftsförderung Sachsen im Sinne eines einheitlichen Ansprechpartners für Investoren sinnvoll sein. Ein weiteres klassisches Instrument ist die Initiierung, Erstellung und Pflege eines landkreisweiten Gewerbeflächenatlasses, der bei Investitionsanfragen eine schnelle und effektive Unterstützung ermöglicht. Die WFE bietet auf ihrer Website unter dem Stichwort Wirtschaftsservice relevante Informationen für Unternehmen und potentielle Investoren. Als grundlegende Informa- 40

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz tionen über den Landkreis stellt die WFE ein ausführliches Standortprofil, eine Übersicht zu bestehenden Fördermöglichkeiten sowie einen interaktiven Gewerbeflächen- und Gewerbeimmobilienatlas und eine Unternehmensdatenbank zur Verfügung. Ansonsten kann sich eine regionale Wirtschaftsförderung als Anwalt für Unternehmen vor Ort bei kommunalen Verwaltungsaufgaben und Dienstleistungen begreifen. Beispielsweise kann auf wohnortnahe, flexible Kinderbetreuungsangebote und Schulstandorte, auf ein adäquates ÖPNV-Angebot oder effektive Versorgungsleistungen im Interesse der regionalen Firmen gedrungen werden. Hierfür wären entsprechende Formate notwendig, welche Impulse aus Unternehmen und Gewerbestandorten zur Zufriedenheit der bestehenden Situation regelmäßig aufnehmen können. Dies kann bis dahin gehen, Firmen zentrale Sherpa-/Lotsenfunktionen für kommunale Verwaltungsanliegen (Bau-/BIM- SchG-Genehmigungen, Kinder-/Hortbetreuung, ÖPNV-Leistungen, Versorgungsangebote, etc.) als Dienstleistungen anzubieten. Darüber hinaus kann die regionale Wirtschaftsförderung auch vorausschauende strategische Planungen in wirtschaftsnahen Bereichen unterstützen. Auf kommunaler Ebene zählen hierzu Infrastruktur- und Verkehrsmaßnahmenkonzepte mit Fokus auf die verkehrstechnische Anbindung und Vernetzung von Gewerbe- und Wohnstandorten mit geeigneten Verkehrsträgern (Straße, Schiene, ÖPNV). Analoges gilt für eine strategische Gewerbeflächenentwicklung, um ein ausreichendes qualitativ hochwertiges Angebot von Bestandshallen, Gründer- und Technologieplätzen sowie Gewerbeflächen für Neuansiedlungen oder Erweiterungen zu gewährleisten. Nachhaltigkeitsaspekte können hier vorbildhaft einfließen. Hierbei kann die Aufgabe der regionalen Wirtschaftsförderung auch darin bestehen, Themen aufzunehmen und zu kanalisieren, welche an eine übergeordnete politische Ebene adressiert werden müssen und über ein koordiniertes Vorgehen hierfür bei Landes- oder Bundespolitik bzw. einer breiteren Öffentlichkeit entsprechendes Gehör zu organisieren. Dies ist bspw. im Lobbying für (Berufs-) Schulstandorte, für einen zielgerichteten Ausbau der regionalen Forschungs- und Hochschulinfrastruktur sowie den Ausbau von Bundes- und Landesstraßen und Schienenfernverkehrslösungen denkbar, aber auch mit Blick auf den weiteren Ausbau digitaler Infrastrukturen zur Schaffung hochleistungsfähiger Netze. Zusammenfassung In Summe gibt es für die regionale Wirtschaftsförderung vielfältige Ansatzpunkte. Abbildung 15 stellt dies noch einmal systematisiert nach Entwicklungszielen und Handlungsfeldern dar, wobei sich passende strategische Maßnahmen an den entsprechenden Schnittstellen ableiten lassen. Diese treffen naturgemäß auf begrenzte Ressourcen und Kapazitäten. Daher ist ein effizientes und priorisierendes Vorgehen notwendig. Dies gilt gerade mit Blick auf den Imperativ der Nachhaltigkeit, der Kontinuität und Konzentration zugunsten eines langfristig gesicherten Ertrags postuliert. Daher erfolgt im folgenden Kapitel zunächst eine Ergebnisdarstellung der Bestandsaufnahme zu Akteuren und bereits bestehenden Aktivitäten der regionalen Wirtschaftsförderung. Darauf basierend werden konkrete Vorschläge formuliert, welche Ansätze und Schwerpunkte die kommunale Wirtschaftsförderung in den nächsten Jahren zur Förderung eines nachhaltigen Wachstums ergreifen sollte. 41