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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im LK GR - Langf.

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Handlungskonzept zum nachhaltigen Wirtschaften im Landkreis Görlitz - Langfassung

Nachhaltiges

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz entscheidende Voraussetzungen. Dabei sollte ein klarer Fokus auf regionale Potenziale im Energie-, Umwelt-, Ressourcen- und Gesundheitsbereich gelegt werden. Klammer um diese Themen können Nachhaltigkeitstrends sowie die notwendige Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung in Verbindung mit regionalwirtschaftlicher Weiterentwicklung als bedeutendes Alleinstellungsmerkmal sein. Positive Effekte können dabei Vernetzungsaktivitäten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft erzeugen. Solche Vernetzungsstrukturen haben unter anderem zur Umsetzung des C 3 -Projektes 91 geführt, welches mit dem Energy Globe World Award ausgezeichnet wurde. Von der WFE genannte Beispiele im Workshop waren die Projekt SmartERZ 92 und Smart Rail 93 , mit denen angestrebt wird, Forschungsaktivitäten in Zukunftsfeldern im Erzgebirge zu etablieren. Ein weiterer wesentlicher Punkt in dem Bereich ist es, auf entsprechende infrastrukturelle Voraussetzungen vor Ort hinzuwirken. Dies betrifft zum einen ausreichend leistungsfähige digitale und analoge Ausgangsbedingungen zu gewährleisten. Eine Option, dies gezielt zu forcieren, ist bspw. die Schaffung darauf ausgerichteter Räumlichkeiten, die gerade auch für Gründer in der Seed- Phase, Start-ups und kleinere mittelständische Firmen Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Um einen klaren Mehrwert zu gewährleisten, können für Unternehmen innerhalb dieser Einrichtungen regelmäßige Vernetzungsmöglichkeiten mit großen Unternehmen, Forschungsinstituten, Hochschulen oder Verwaltungsverantwortlichen geschaffen werden. Auch können mit Blick auf die wachsende Bedeutung datengetriebener Geschäftsmodelle und digitaler Technologien im Sinne von Open Data spezielle – daten- und informationsschutzkonforme – Zugangsmöglichkeiten zu kommunalen Datenbeständen ermöglicht werden. Über die Schaffung unternehmensorientierter infrastruktureller Voraussetzungen hinaus kann sich die regionale Wirtschaftsförderung zudem die Aufgabe setzen, auf die Verbreiterung der öffentlichen Forschungsinfrastruktur hinzuwirken. Hierfür müssen auf der einen Seite bestehende regionale Potenziale bis hin zu technologischen Alleinstellungsmerkmalen herausgearbeitet werden. Hierbei können und sollten regionale Nachhaltigkeitsaspekte eine entscheidende Komponente bilden. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten bestehen bei Informationen zu Förderprogrammen bis hin zur organisatorischen Abwicklung der Förderverfahren. Innerhalb von Forschungsprojekten kann dies durchaus eine Aufgabe regionaler Wirtschaftsförderung sein, da hier zum einen Komplexität und Aufwand der Förderprogramme hoch sind sowie zum anderen Partner aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam agieren müssen. Ein neutraler, koordinierender Mittelsmann mit organisatorischem Know-how kann insofern positiv auf die Initiierung und Durchführung derartiger Projekte wirken. Zudem sind größere, unternehmensübergreifende Forschungsvorhaben zudem dahingehend potenzialträchtig, die Wahrnehmung regionaler Innovationskompetenzen zu verbessern und damit auch im Regionalmarketing genutzt zu werden. Weitere Potenziale bestehen darin, kleineren innovativen Unternehmen Plattformen zu eröffnen. Dies fängt bspw. bei Präsentationsmöglichkeiten auf öffentlichen Plätzen bzw. in öffentlichen Gebäuden an und geht weiter über Kontakte zu Presse, 91 Entwicklung von Carbon-Beton, indem statt Stahl auf Carbonfaser zur Stabilisierung zurückgegriffen wird, womit weniger Ressourcen genutzt werden und die Flexibilität erhöht wird. Die TU Dresden ist der Initiator des Projektes und kooperiert mit insgesamt 166 Partnern (hauptsächlich Unternehmen und Forschungseinrichtungen). 91 Dabei handelt es sich um ein Innovations- und Ausbildungskonzept für Unternehmen in den Bereichen Elektronik-, Kunststoffund Textilindustrie, Oberflächentechnik sowie Maschinenbau durch regionale und überregionale Akteure in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz. 92 In dem Forschungsprojekt sollen Bahntechnologien durch Innovationen in den Bereichen des automatisierten Fahrens, der intelligenten Vernetzung sowie der Hybridisierung von Antrieben auf ein höheres und zukunftsfähigeres Level gehoben werden. 38

Nachhaltiges Wirtschaften im Landkreis Görlitz Verwaltung und Politik. Auch die Unterstützung bei Messeteilnahmen oder auf Tagungen und Kongressen bieten diesbezüglich Potenzial. Energie- & Ressourceneffizienz Mit dem geplanten Ausstieg aus der Braunkohleförderung und -verstromung ist der Norden des Landkreises besonders von den Auswirkungen der Energiewende betroffen. Der damit einhergehende Investitionsbedarf im Energiebereich und die vorhandenen Kompetenzen in den Bereichen Energie- und Umwelttechnik bieten jedoch Chancen, eine Vorreiterrolle in diesem für eine nachhaltige Entwicklung besonders relevantem Bereich einzunehmen. Die regionale Wirtschaftsförderung kann diesen Prozess unterstützen, indem sie eine spezifische Bestandsaufnahme regionaler Kompetenzen sowie Wertschöpfungs- und Entwicklungslücken vornehmen lassen kann. Ausgehend davon können spezifische Markt- und Technologieerkundungsreisen sowie Innovationsprojekte aber auch öffentlichkeitswirksame Tagungen und Kongresse speziell in diesen Themenfeldern (siehe oben) initiiert werden. Außerdem erleichtert dies ein gezieltes Lobbying für einen Ausbau forschungsinfrastruktureller Rahmenbedingungen am Standort. Zudem kann die Chance stärker ergriffen werden, bestehende regionale Kompetenzen im zukunftsweisenden Kontext nach Innen und Außen zu vermarkten. Die Begrifflichkeit der Nachhaltigkeit kann hierbei einen wichtigen roten Faden für ein erfolgreiches regionales Narrativ gegenüber Fachkräften und Investoren sein. Für eine glaubhafte innerregionale Wahrnehmung des Narrativs sind niedrigschwellige Informationsangebote zu regionalen Lösungsanbietern und Einsparpotenzialen sowie die Beteiligung an öffentlichkeitswirksamen Vorhaben empfehlenswert. Wertschöpfungsseitig kann die regionale Wirtschaftsförderung über die Initiierung innovativer, ressourcenschonender Projekte im kommunalen Versorgungsbereich unter Nutzung regionaler Kompetenzen aktiv werden. Auch eine gezielte Auflage einer sächsischen bzw. eine stärkere regionale Beteiligung an der laufenden bundesweiten Exportinitiative für Energie- und Umweltschutzgüter bzw. -dienstleistungen kann angestrebt werden. Dabei können energie- und ressourceneffiziente Potenziale und Angebote im weiteren Sinne Schwerpunkt regionaler Gründungs- und Technologietransferinitiativen sein. Ein Beispiel stellt das durch die WFE als Partner begleitete Projekt rECOmine dar. In dem Vorhaben sollen Lösungen erarbeitet werden, wie bestehende Altlasten gleichzeitig als Rohstoffquelle genutzt werden können. Kooperation & Regionalmarketing Mit Blick auf die Imageprobleme der Region liegt in einer zielgruppenorientierten Vermarktung bestehender regionaler Stärken und Potenziale eine zentrale Aufgabe der regionale Wirtschaftsförderung in den kommenden Jahren. Zielstellung muss sein, die überregionale Wahrnehmung als zukunftsweisender Wirtschafts- und Technologiestandort grundlegend zu verbessern. Der Landkreis Erzgebirge nutzt für diesen Zweck ein Botschaftersystem. Ausgewählte Persönlichkeiten der Region aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werben im Rahmen ihrer beruflichen und privaten Aktivitäten proaktiv für den Landkreis. Dabei ist die innerregionale Wahrnehmung als gemeinsame Wirtschaftsregion mit ähnlichen Herausforderungen und verbindenden Chancen ebenso zu stärken. In beiden Fällen können Nachhaltigkeitsaspekte zentrale 39